BelgienBelgien hat eine lange Tradition im Bierbrauen, weshalb dieses kleine Land auch weit über 1000 verschiedene Biersorten hat. Die Ursprünge der belgischen Bierbraukunst gehen auf das Mittelalter und hier insbesondere auf die Klosterbrauereien zurück. Belgien ist Sitz der weltgrößten Brauerei Inbev und anderer Großbrauereien wie Alken Maes, die weite Teile der nationalen und internationalen Bierproduktion kontrollieren. Durch das Vandervelde - Gesetz 1919 wurden Spirituosen in Bars verboten, was die Nachfrage nach sehr alkoholhaltigen Bieren förderte. Dies ist auch der Grund für die Vorliebe der Belgier nach Schwarzbier und Starkbier. Belgische Biere werden fast zu 100% in Flaschen verkauft, Dosenbier ist in Belgien sehr unüblich und fast verpönt, denn in der Flaschen sollen viele Biere noch nachreifen und ihren individuellen Geschmack entwickeln. Für deutsche Verhältnisse ungewohnt, werden die Biere in den Flaschengrößen von 250ml,375ml und 750ml abgefüllt. Eine weitere Eigenart der belgischen Biere ist, dass es für jede Biermarke ein eigenes Glas gibt, welches man auch in den unzähligen Bars serviert bekommt. Dies reicht von schmalen Pilsgläsern, über Weingläser - ähnliche bis hin zum Tulpenglas, welche alle noch mit dem Schriftzug der jeweiligen Biermarke versehen sind. Diese Hingabe und Detailverliebtheit zeigt deutlich, welchen hohen Stellenwert der Biergenuss in Belgien besitzt und wie hoch die Trinkkultur dort gediehen ist. Aus diesem Grund haben sich auch wirkliche Biervereine, Bierliebhaber und vor allem populäre Bierbars, welche die Belgier Cafe's nennen, entwickelt. Berühmte Lokale sind zum Beispiel das "Moeder Lambic", "A la Morte Subito" und der "Bierzirkus" in Brüssel, sowie "de Kulminator", "Kats" in Antwerpen und "De Garre","Brugs Beertje" in Brügge. Damit hat mithin jede größere Stadt mehrere bekannte und stilvolle Bierlokale, wo man den Einheimische trifft und fasziniert ein Bier genießen kann. Diese Lokale liegen meist in alten Kontorhäusern in den Altstädten der Städte (z.B. direkt in Brüssel am Grand Place) und sind damit Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens im heutigen Belgien. Obwohl Belgien vornehmlich für seine obergärigen Biere bekannt ist, trinken die Belgier wie die Deutschen auch am liebsten ein Pilsner. International ist hier sicher Stelle Artois die bekannteste Marke, die allerdings fast ausschließlich in den Export geht. Im Inland sind die Marken Jupiler (Inbev) Haacht und Maes Pils führend. Bei den belgischen Bierspezialitäten ist sicherlich das obergärige Palm, das mit seiner bernsteinfarbenen Farbe und leichtem Röst - und Karamellgeschmack weltweit eine große Fangemeinde hat. Einzigartig in der Welt sind die hunderten von Etiketten jeder Biermarke, die jede Bierflasche farbenfroh schmücken. In den meisten Supermärkten werden die Flaschen ohnehin in Tüten verkauft, die Auskunft über den Reifegrad, die Marke und Anderes geben. Insgesamt stehen die belgischen Biere den deutschen Bieren, die weltweit führend sind, kaum nach. Auch wenn nicht alle das deutsche Reinheitsgebot beachten, findet definitiv jeder das Bier nach seinem Geschmack und wird überrascht sein, wie gut belgisches Bier schmeckt. |
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